Kein Bock mehr

Nix wird besser, nur schlechter. Ich fühl mich zwar körperlich fitter, aber mein Hals ist nun so angeschwollen, daß ich nichts mehr trinken mag. Wenn ich meinen Kopf bewege tuts weh und die Ohren melden sich nun auch zu Wort.

 

Ich könnte heulen, das sollte doch besser werden! Oder hab ich doch etwas virales? Warum hilft das Antibiotikum nicht, kann mir denn keiner helfen? Ich kann doch nicht den ganzen Tag Schmerzmittel nehmen.

Seit 5 Uhr bin ich wach, alle anderen schlafen noch. Und der Mann hat heute Geburtstag.

 

Trotzdem vielen Dank für Eure Genesungswünsche…

neuer Versuch

…gerade aus der Notfallpraxis zurückgekehrt halte ich jetzt ein neues Antibiotikum in den Händen, “Cefpodoxim”. Ist es normal, daß ein Arzt einen Nasenabstand von gerade mal 20 cm hält, wenn er sich mit dem Patienten unterhält? Bei der Gelegenheit konnte ich zumindest dazulernen, daß es durchaus auch zu einem gesteigerten Haarwuchs AUF der Nase kommen kann. Ich hatte kurzzeitig Schwierigkeiten, mich auf das Gespräch zu konzentrieren, weil ich von den Nasenrückenhaaren so beeindruckt war.

 

 

Matschmama

“Du mußt heute zu Hause bleiben”… sagte ich gestern Morgen zum Mann. Was seit ich einigen Tagen noch mehr oder weniger verdrängen konnte, drängte sich gestern morgen in den Vordergrund. Ich bin krank.

Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Gliederschmerzen und Kurzatmigkeit hatten mich so sehr im Griff, daß ich mich nicht mehr in der Lage sah, den Kleinen auf den Arm zu nehmen. Beim Treppensteigen wurde mir schwarz vor Augen. Die Sache mit der Verdauung erspare ich Euch Lesern jetzt mal.

Okay, der Papa bleibt zu Hause, der Große geht in den Kindergarten und ich zum Arzt. Das ist immer leichter gesagt, als getan, weil ich hier in der Nähe einfach keinen Arzt finde, der mir zusagt. Drei habe ich schon getestet und die sind gnadenlos durchgefallen. Okay, wieder einen neuen Arzt ausprobieren.

Schnell entschied ich mich für einen, ganz bei uns in der Nähe.

Einrichtung noch original aus den 70ern. Das könnte cool aussehen, hier sah es düster und billig aus. Die Sprechstundenhilfen waren so laut am lästern, über den Arzt und über irgendeine Patientin, daß mir das im Wartezimmer nicht entging.

Ja, der Arzt war nett, untersuchte mich gewissenhaft, konnte mir aber nicht wirklich weiterhelfen. Er tippte auf irgendeinen Virus und verschrieb mir dann ein verschreibungspflichiges Schmerzmittel, verschreibungspflichtige Tropfen gegen Übelkeit und Erbrechen (mir war nur ein bisschen schlecht, nicht der Rede wert, habe ich ihm gesagt). Und dann noch ein Breitbandantibiotikum. Okay, ich weiß, daß man gegen einen Virusinfekt kein Antibiotikum nehmen kann, war aber doch ganz froh, es zu bekommen, weil ich mir auch nicht erklären konnte, warum ich mich so elend fühlte und im Hinterkopf immer noch die Streptokokken der Kinder hatte.

Meine Vermutung, daß ich mich bei den Kindern mit Streptokokken angesteckt haben könnte wurde in den Wind geschlagen, weil mein Hals nicht danach aussah. Meine Mandeln waren sogar so klein, daß der Arzt vermutete, sie seien entfernt worden.

Ich fragte noch, ob das Antibiotikum auch gegen Streptokokken hilft, was bejaht wurde.

Also sagte ich mir, ich geh halt auf Nummer Sicher, nehme das Antibiotikum und erspare mir das Schmerzmittel und die Tropfen.

Als ich die Praxis verließ, legte ich mich noch mit den Sprechstundenzicken an, weil die meinten, daß sie mir nicht das Formular für die Krankenkasse geben könnten, das der Mann braucht um seinen Verdienstausfall bei der Krankenkasse geltend zu machen.

Sie wollten bitteschön die Krankenkassenkarte vom Mann und 10 Euro Praxisgebühr haben, um die Bescheinigung ausstellen zu können. 

Ich machte darauf aufmerksam, daß ich die Bescheinigung schonmal, zwar von einem anderen Arzt, aber “einfach so” bekommen habe.

“Nein, das geht bei unserem System nicht”, mußte ich mir anhören. Ich sollte doch mal die 10 Euro gegen den Verdienstausfall rechnen, das sei das kleinere Übel…

Ich merkte wieder an, daß das in einer anderen Praxis auch geht. “Ja, aber bei unserem System nicht, so ist halt die moderne Technik”…

Ich biss die Zähne zusammen. Ich sagte, daß es die “moderne Technik” vor zwei Jahren auch schon gegeben hat.

 

“Also Sie müssen sich jetzt entscheiden, entweder sie geben uns die Versichertenkarte ihres Mannes, oder sie bekommen den Zettel nicht, ich kann mir den auch nicht aus den Rippen schneiden!”

sagte die Sprechstundenzicke mit erhöhtem Blutdruck.

 

“sehr freundlich sind sie” sagte ich.

 

Dann ging ich raus, weihte den Mann ein, ließ ihn zum Tresen gehen. Der rief kurzerhand in seiner Firma an, wo ihm bestätigt wurde, daß das Quatsch sei.

Wir bekamen den Zettel und gingen.

Auf dem Zettel stand “zu betreuendes Kind” und dazu waren MEINE Daten eingetragen. 

Wie kann man so dummbrotig sein? Können die nicht lesen? Ich finds überhaupt nicht schlimm, wenn die das nicht wissen, aber was spricht dagegen dann mal kurz jemanden zu fragen, der sich auskennt? 

Okay, ich bin also weiter auf der Suche und habe mir in der Apotheke gleich eine neue Ärztin empfehlen lassen.

Und mir geht es nicht besser. Mir wird immer noch schwarz vor Augen, wenn ich mich bewege und habe jetzt, nach der Einnahme der Tabletten tadaaaaaa! Halsschmerzen!

Ahh, dachte ich und lehnte mich entspannt zurück, denn das Breitbandantibiotikum wirkt ja nach Auskunft des Arztes auch gegen Streptokokken…

Ja, das dachte ich, ist aber nicht so, wie ich gerade eben nachgelesen habe. Das Präparat “Avalox” wird hauptsächlich für Bronchitis, Lungenentzündung und Nasennebenhöhlenentzündung verschrieben auf Streptokokken soll es nicht ansprechen.

 

Supi. Und nun? 

 

Achja, ist das normal, daß die Sprechstundenhilfe ohne Anklopfen das Behandlungszimmer betritt, dort wortlos herumwühlt und dann wieder geht?

 

 

 

 

Seltener Anblick

Morgens halbneun in Hamburg bei Familie Speck, der Jüngste schläft noch!

 

Ein Junge.

einem dritten Kind steht nun nichts mehr im Wege…

… sagte der Mann und schleppte ein riesengroßes Paket ins Haus.

 

Der Absender und die Größe und Form des Paketes lassen vermuten, daß es sich um einen weiteren Tripp Trapp handelt. Da hat der ebay-Verkäufer wohl etwas durcheinandergebracht. Ich werde den Verkäufer mal anschreiben und ihn bitten, mir die Versandkosten zu überweisen, damit ich ihm das gute Stück zurückschicken kann. Wenn er damit so luschig umgeht, wie mit dem Versand des ersten Stuhles, kann das aber noch dauen.

Jetzt aber richtig

Jetzt läuft er, der Kleine. Seit Wochen gab es ja mal vereinzelt einen oder zwei Schritte, seit vorgestern traut er sich auch viele Schritte am Stück zu laufen. Wenns schnell gehen soll, bevorzugt er jedoch lieber noch das Krabbeln. Knapp 14 Monate ist er jetzt alt.

brüderlich geteilt

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Brüderlich geteilt haben die Beiden sich die Scharlach-Erkrankung. Der Große hat die Beschwerden auf sich genommen, der Kleine die äußerlich sichtbaren Symptome.

 

Der Große hatte Fieber, Übelkeit, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Halschmerzen und hat die letzten Tage fast nur geschlafen.  Eindeutige Symptome die für Scharlach sprechen, vor allem den typischen Auschlag gab es nicht. Nachdem der Große am Samstag wimmernd und helchelnd und den dritten Tag mit 39.7°C Fieber auf dem Sofa lag, nicht mehr laufen und nicht mehr essen mochte, nur noch flüsterte und mit einem glasigen Blick durch mich hindurchsah (mir standen die Tränen in den Augen), haben wir nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt das Antibiotikum verabreicht. Bald ging es ihm besser, wenn man mal von den krampfartigen Bauchkrämpfen und den Durchfällen aufgrund der Nebenwirkungen absieht.

 

Momentan soll es wohl schwierig sein, Scharlach richtig zu diagnostizieren, es gibt alle möglichem Varianten, mit oder ohne Ausschlag, mit oder ohne Beschwerden. Auf den Halsabstrich bei dem Großen mußte letzten Freitag verzichtet werden, weil ihm so schlecht war und der Arzt das Vertrauensverhältinis nicht stören wollte. Es ist wohl davon auszugehen, daß er wirklich Scharlach hat, sicher wissen wir es nicht. und jetzt, nach der Antibiotikagabe macht nach Auskunft des Arztes auch ein Halsabstrich keinen Sinn mehr.

Heute morgen beim Arzt sollte der Kleine eigentlich geimpft werden, er erschien kerngesund, nur die roten Wangen sahen etwas verdächtig aus.  Der Abstrich bewies, daß der Kleine Streptokokken im Hals hat. Ihm gehts prima, er braucht vorerst kein Antibiotikum, erst wenn er auch Fieber bekommt und es ihm schlecht gehen sollte.

 

Und natürlich bekommt der Große jetzt ein anderes Präparat.

Roboter-Fieber

Der Große ist krank. Seit vorgestern hat er hohes Fieber, immer so um die 39.7°C herum. Dazu geht es ihm auch wirklich nicht besonders gut. Er liegt den ganzen Tag auf dem Sofa oder bei einem von uns auf dem Schoß oder Arm, schläft viel, redet wenig und isst nahezu nichts. 

 

Der Kinderarzt sagte, wir sollen ihn bis morgen früh fiebern lassen (nachts mit Paracetamol versorgen, wenn das Fieber 39.0 und höher ist) und wenn sich bis dann nichts geändert hat, sollen wir ihn morgen (am Samstag!)  anrufen und dann entscheidet er, ob es ein Antibiotikum gibt oder nicht.

 

Es ist ganz ungewohnt ruhig hier. Mein Hüpfi hat sich in ein Glühwürmchen verwandelt. Ich bin es so gewohnt, den ganzen Tag mit Warumfragen, selbsterfundenen Liedern und Erzählungen über seine neuesten Lego-Bauwerke unterhalten zu werden, daß mir jetzt schon fast etwas fehlt. Keiner fällt uns ins Wort, niemand bewegt sich hüpfend, kletternd, rennend, hangelnd durchs Haus.

 

Natürlich gibt es da noch den kleinen Bruder, aber der ist ohne den Großen in Kombination mit links zu beschäftigen.

 

Vorgestern saß ich mit dem Großen auf dem Sofa und zeigte ihm den Roboter, den Suse genäht hat. Sofort war er mit voller Aufmerksamkeit dabei und fragte mich, ob ich ihm auch so einen nähen könnte. Natürlich hatte er ganz bestimmte Vorstellungen. Am wichtigsten war, daß der Roboter einen Lachmund haben muß. Außerdem noch Greifarme, eine Tasche und Knöpfe und eine Uhr auf dem Bauch. Und ein Herz auch.

Durch die ungewohnte Ruhe (und durch Carstens Anwesenheit, weil ja Feiertag war) hatte ich die Zeit, das Vorhaben gleich in die Tat umzusetzen

Auf die kleine Tür und die Antenne hab ich verzichtet, aber vielleicht bekommt der Roboter ja noch einen kleinen Bruder.

 

Strahlend wurde der Roboter heute in Empfang genommen. Besonders gut angekommen sind die Greifarme, in die ich kleine Magneten eingearbeitet habe.

Und so sieht er aus:

 

 

 

Andere tolle Roboter, auch zum Kaufen, gibt es bei Suse unter revoluzzza.de .

…ach, laß ihn doch!

… sagte der Vater, als wir gestern gemeinsam am Tisch saßen und aßen. Der Kleine wollte erst Brei, dann Joghurt, dann Apfelmus. und das natürlich alles selbser essen. Wehe man würde versuchen, ihn zu füttern.

 

Nebenbei wurde auch der Tisch, die Kleidung, Haare, Stuhl und Fußboden mit Brei versorgt. Dann wurden Joghurt- und Apfelmusbecher ineinandergetapelt, Inhalte miteinander vermengt, zwischendurch immer wieder probiert.

 

 

Danach gabs nur noch einen Weg, und zwar den in die Badewanne.

Nächste Seite »